
Die drei Retzer Land Gemeinden Retz, Zellerndorf und Hardegg gehen beim Thema Energie künftig gemeinsame Wege. Mit der Gründung gemeindeinterner Energiegemeinschaften (EEG) wird auf eine stärkere regionale Nutzung von erneuerbarem Strom gesetzt und damit gleichzeitig die Möglichkeit geschaffen, die Energiekosten der Gemeinden nachhaltig zu reduzieren.
Eine besondere Herausforderung bei der Umsetzung ergab sich durch die unterschiedlichen Versorgungsgebiete des Stromnetzes. Aufgrund der technischen Gegebenheiten mussten zwei eigenständige Vereine gegründet werden – einer für den Bereich des Umspannwerks Eggenburg und einer für den Bereich des Umspannwerks Peigarten. Dadurch ist es möglich, die vorhandenen Gegebenheiten optimal zu berücksichtigen und gleichzeitig den gemeindeübergreifenden Energie-Austausch zu realisieren.
Als treibende Kraft hinter dem Projekt wurde der Energiebeauftragte der Stadtgemeinde Retz, Christoph Resch, zum Obmann beider Energiegemeinschaften bestellt. Gemeinsam mit Markus Baier (Markgemeinde Zellerndorf), Friedrich Schechtner (Stadtgemeinde Hardegg) und mit Unterstützung der Klimamodellregion RetzerLand (Gregor Danzinger) wurde damit ein wichtiger Schritt in Richtung regionaler und effizienter Energienutzung gesetzt.
Das Prinzip der Energiegemeinschaft ist einfach: Überschüssig erzeugter Strom, etwa aus Photovoltaikanlagen, soll möglichst innerhalb der beteiligten Gemeinden genutzt werden, anstatt ihn zu vergleichsweise niedrigen Preisen ins öffentliche Netz einzuspeisen. Gleichzeitig können Gemeinden Strom aus der Energiegemeinschaft beziehen, wenn gerade mehr Energie benötigt wird.
Große Bedeutung für Gemeindefinanzen
Gerade für Gemeinden ist dieses Modell angesichts der derzeit angespannten finanziellen Rahmenbedingungen von besonderer Bedeutung. Durch die gemeinsame Nutzung des erzeugten Stroms werden jährlich Einsparungen tausender Euro prognostiziert. Wie gut das Modell bereits funktioniert, zeigen die ersten Zahlen eindrucksvoll: Innerhalb von nur einem Monat konnten rund 40.000 Kilowattstunden Strom innerhalb der Energiegemeinschaften genutzt werden.
Mit den Energiegemeinschaften schaffen wir eine Möglichkeit, selbst erzeugte Energie besser zu nutzen und gleichzeitig die Gemeindebudgets zu entlasten. Besonders erfreulich ist, wie schnell sich bereits in der Anfangsphase gezeigt hat, welches Potenzial in der Zusammenarbeit steckt.
Obmann Christoph Resch
Die beiden RetzerLand-Energiegemeinschaften sollen künftig weiterentwickelt werden. Ziel ist es, möglichst viel regional erzeugte Energie auch regional zu verbrauchen und damit einen Beitrag zu einer nachhaltigen, wirtschaftlichen und zukunftsorientierten Energieversorgung der Gemeinden zu leisten. Zum aktuellen Zeitpunkt bestehen hinsichtlich der konkreten Umsetzung des neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) 2026 noch gewisse Unsicherheiten, daher soll erst ab 2027 die Möglichkeit geschaffen werden, die Bevölkerung in die EEGs miteinzubinden. Damit sollen künftig nicht nur Gemeinden, sondern auch alle BürgerInnen der Region profitieren.
