Dickes Brett Leerstand – „Systemische Aufstellungen“ in Pulkau eröffnen neue Perspektiven

VertreterInnen der Retzer Land Gemeinden bei der Aufstellung „Leerstand aus unterschiedlichen Sichtweisen“

Während auf der einen Seite immer neue Flächen verbaut werden, stehen im Retzer Land zahlreiche Gebäude leer oder werden nur begrenzt genutzt – konkrete Leitlinien, wie damit umzugehen ist, fehlen bislang. Genau hier setzt das KEM-Leitprojekt „Leerstand anpacken“ an, an dem die Klimamodellregion Retzer Land gemeinsam mit der KEM Schmidatal aktiv beteiligt ist.

Im Rahmen des Projekts werden in ausgewählten Gemeinden tatsächliche Leerstände und Gebäude mit Mindernutzung erhoben, um darauf aufbauend eine regionale Handlungsstrategie zu entwickeln. Diese soll den Weg zu einem koordinierten Umgang mit der Aktivierung von lehrstehenden Gebäuden ebnen, um so Schritt für Schritt die Lebensqualität in Ortskernen zu erhalten und nachhaltige Nutzungsmöglichkeiten sichtbar zu machen.

In diesem Prozess fanden in Pulkau zwei Workshops statt, die mithilfe der Methodik der „Systemischen Aufstellung“ neue Perspektiven aufzeigten. Der erste Workshop richtete sich an politische AkteurInnen und thematisierte Leerstand aus den Blickwinkeln öffentliche Hand vs. Eigentümer. Dabei wurde sichtbar, wie komplex die Ansprüche rund um Gebäudenutzung sind und wie unterschiedlich Verantwortlichkeiten, Erwartungen und Möglichkeiten wahrgenommen werden.

Der zweite Workshop „Wohnen im Wandel“ brachte die Bevölkerung ins Gespräch. Dabei wurden Wohnbedürfnisse über verschiedene Lebensabschnitte hinweg reflektiert und diskutiert, wie bestehende Gebäude besser für die jeweiligen Lebensabschnitte genutzt werden können.

„Die Diskussionen machten deutlich, das hohes Interesse an einem abgestimmten Vorgehen für dieses immer dringlicher werdende Thema besteht.“

Christina Ruisinger, Vizebürgermeisterin Pulkau